unser 2 Monatsimpuls

KRASSE ZEITEN.
STARKER GLAUBE.
Dieses Motto stand 2018 über der Leitertagung auf Langeoog. Schon damals bildete eine Welt in Bewegung den Hintergrund und es wurde die gute Frage gestellt: Macht ein starker Glaube den Unterschied? Können wir Christen Mut- und Hoffnungsträger sein?
Es ist offensichtlich – unsere Gesellschaft legt gerade eine Vollbremsung hin. Alle Verantwortlichen versuchen, den Karren nicht ins Schleudern geraten zu lassen. Wie so etwas ausgeht, wenn man nur panisch das Bremspedal durchtritt, kennt so mancher Autofahrer aus eigener Erfahrung. Die Folgen sind für uns alle im Moment nicht absehbar und des-wegen macht sich jeder so seine eigenen Gedanken, wie die Entwicklung ihn selbst beeinflussen wird. Je nach Naturell sieht es der eine gelassener und ärgert sich über manche ihm übertrieben erscheinende Entscheidung. Anderen kann es gar nicht konsequent und schnell genug gehen, dieser Lage wieder Herr zu werden. Diese Pole sind nicht immer leicht miteinander zu verbinden und wer konkrete Entscheidungen mit Relevanz für Dritte treffen muss, der erlebt dieses Spannungsfeld manchmal besonders schmerzlich.
Es bleibt also die Frage: Was macht den Unterschied? In Philipper 2,3 gibt Paulus uns den Rat, den Anderen höher zu achten als sich selbst. Es ist die Fokussierung auf die Wertschätzung für den, der nicht sofort meiner Meinung ist. Mein Bruder, meine Schwester, mein Kollege, meine Nachbarin – sie sehen die Dinge vielleicht anders als ich selbst. Aber muss ich deswegen die Menschen und meine Beziehung zu ihnen anders sehen? Hier können wir uns ausrichten und uns die Geduld und Kraft schenken lassen, diesen mit Wertschätzung und Achtung zu begegnen. Der gute Rat aus dem Philipperbrief möchte ganz konkret verhindern, dass aus unterschiedlichen persönlichen Ansichten zu einer Krise noch eine Krise des Vertrauens und der Beziehungen hinzu kommt. Die Konsequenzen wären um ein Vielfaches dramatischer. Können wir Christen daher Mut- und Hoffnungsträger sein?
Wir können es, weil wir einen Vater im Himmel haben, der uns die Priori-täten in die richtige Reihenfolge setzt und weil wir einen Herren haben, der uns zugesagt hat: „Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende dieser Welt“ (Mt 28,20). Nehmt das in Anspruch und freut euch – bei aller Verschiedenheit – an eurem Nächsten. Dann macht ihr einen Unterschied in dieser Krise.
Seid behütet
Herzlichst, euer
Reinhard Schiller