unser 2 Monatsimpuls

Petrus, sieh nur zu Jesus,

schau nicht auf dich selbst,

den Wind und das Meer!

Ein Lied aus Kindertagen geht mir immer wieder mal durch den Kopf. Es greift eine Begebenheit aus der Bibel auf (Matthäus 14,22ff), in der die Jünger wieder einmal auf dem See Genezareth unterwegs sind. Sie hatten gerade erlebt, wie Jesus 5000 Menschen satt gemacht hatte.  Es war spät am Abend und Jesus hatte sie vorausgeschickt, ans andere Ufer zu fahren. Er selbst wollte die Leute noch verabschieden und ging dann auf einen Berg, um zu beten. Die Jünger waren also unterwegs auf dem See und wie so oft hatten sie mit Wellen und Wind zu kämpfen. Darüber verging die Zeit und es ging schon auf den Morgen zu, als Jesus ihnen auf dem Wasser begegnet. Die Jünger ergreift Furcht, doch Jesus spricht sie an und beruhigt sie. 
Das Boot im Wellengang auf und ab gehend, Jesus keine zehn bis fünfzehn Meter entfernt, am Horizont schimmert der neue Morgen und Petrus – kommt zum einzigen logischen Schluss in dieser Situation: „Herr, wenn du es bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!“ Und Jesus – er sagt nur: „Komm“. Und Petrus – er steigt aus dem Boot und kommt. Aber – wie so oft kommt ein aber – er wird sich sei- ner Situation bewusst. Er wendet seinen Blick weg von Jesus hin auf die Umstände – die Wellen, den Wind und das Meer. Das Unvermeidliche geschieht, er beginnt zu sinken und schreit: „Herr, rette mich“. Genau das tut Jesus auch sogleich.
Auf Jesus sehen, glauben und zu vertrauen. Dazu sind wir jeden Tag neu herausgefordert. In Hebräer 12,2 lesen wir, dass wir mit Geduld laufen sollen in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und auf Jesus sehen sollen, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens (nach Luther). Wir mögen diese Vokabeln vom Kampf nicht. Tatsache ist jedoch, dass wir nicht zu einem Spaziergang aufgefordert sind, sondern, dass wir ab dem Tag, ab dem wir durch Jesus Christus wiedergeboren sind, mit seinem Widersacher im Kampf stehen (vgl. Eph 6,12). Dieser Kampf ist ein Kampf in unserem Denken. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns jeden Tag an Jesus wenden und Zeit mit ihm verbringen und unser Denken durch ihn erneuern und verändern lassen, damit wir im Glauben wachsen. Diesen Prozess nennt die Bibel Heiligung. Darin war Jesus uns ein wunderbares Vorbild. Immer wieder lesen wir, wie Jesus sich zurückzog, um zu beten, um Gemeinschaft mit seinem Vater zu haben.
Es ist gut, wenn wir als Christen uns das zur Gewohnheit machen. Je früher wir damit anfangen, umso besser. Wir können jeden Tag wieder neu damit anfangen, wenn wir das aus dem Blick verloren haben. Wie sagte mal jemand: „Jesus ist immer nur ein Gebet weit entfernt.“
In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Zeit auf Jesus zu sehen.
Seid herzlich gegrüßt, 
euer Michael Müller