unser 2 Monatsimpuls

CORONA UND
ANDERE VIREN

Ausgerüstet mit einem Zollstock als Arbeitsgerät stand ich im Büro und bereitete eine Teamsitzung vor. Eine Teamsitzung vorzubereiten ist an und für sich nichts Ungewöhnliches, dies aber mit Hilfe eines Zollstocks zu tun, schon. Sehr genau vermaß ich die Abstände zwischen den einzelnen Stühlen, rückte Pflanzen und Tische zur Seite, um den Teilnehmenden in diesen besonderen Zeiten den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 m zu gewährleisten. Herum stehende Desinfektionsmittel verschwanden im Schrank, sie haben während der Teamsitzung hier nichts zu suchen, werden anschließend laut Dienstvorschrift aber benötigt, um die Stühle zu desinfizieren. Den Mundschutz ließ ich stehen. Wir werden ihn auch während der Sitzung brauchen. Corona nervt! So oder ähnlich geht es zur Zeit sehr vielen von uns. Alltägliche Verrichtungen werden komplizierter, Einkaufen ist nur noch mit Mundschutz möglich, überall sind wir von Desinfektionsmitteln umgeben. Aber wir halten uns an diese Regeln, denn wir wollen diesem Virus keine Chance geben, wir wollen uns und andere schützen.
Während ich so über Corona nachdenke, frage ich mich: „Kann es sein, dass ich, dass wir, so sehr mit der Bekämpfung des Corona-Virus beschäftigt sind, dass wir manch anderen Krankheitserreger vollkommen übersehen? Wie ist es zum Beispiel mit dem Virus der Trägheit? Wie habe ich eigentlich die Zeit ohne Gottesdienste vor Ort gestaltet? Ist es mir wichtig geblieben, trotz fehlender geistlicher Gemeinschaft in Gottesdiensten oder Hauskreisen, die Nähe meines Vaters im Himmel zu suchen? Oder hat mich das Virus der Angst befallen? Habe ich mich von der allgegenwärtigen Präsenz katastrophaler Krankheitsverläufe durch die Medien anstecken lassen und dabei ganz aus dem Blick verloren, dass Gott auch Herr dieses Virus und auch meines Lebens ist? Oder hat sich da das Virus der Unzufriedenheit in mir breit gemacht über all die einschränkenden Alltagsveränderungen? Habe ich überhaupt noch einen Blick für das Gute, das Gott mir gerade auch in dieser herausfordernden Zeit schenkt?“ Vor dem Corona-Virus können wir uns durch Hygiene schützen. Doch was schützt uns vor diesen Viren, die das Vertrauen in unseren allmächtigen, liebenden und versorgenden Vater im Himmel zerstören wollen? Im Alten Testament lesen wir: „Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ (Nehemia 8,10b). Dieser Satz, damals in eine sehr schwierige Situation des Volkes Israel gesprochen, gilt uns auch heute. Wir glauben an einen Gott, der das Weltall schuf und doch jeden Menschen persönlich liebt. Der dem Tod jede Macht genommen hat und auch in unser ganz persönliches Leben heilend eingreifen kann. Der trotz Trauer und mancher Kümmernisse unsere Herzen mit tiefem Frieden füllen möchte. Freude als Schutz vor Viren? Ja! Weil sie ihren Grund in der Einzigartigkeit unseres großen Gottes hat. Wenn das kein Grund zur Freude ist!

Seid herzlich gegrüßt,

eure Silke Dünnebeil-Bediako